| Meine Ausbildung Die
Ausbildung zum Allround-Richter ist ein langer, manchmal recht
steiniger Weg und hat insgesamt fast 8 Jahre gedauert. Zuerst
muss man mindestens 2 Jahre Steward machen, wo man den ganzen
Tag auf den Beinen ist, Katzen raus aus dem Käfig und dem
Richter präsentieren - und hier mag es jeder anders haben. Aber
man kann sehr viel dabei lernen und hält viele schöne Katzen am
Arm. Der Job ist manchmal nicht ungefährlich, manche Katzen sind
sehr nervös, doch noch nervöser ist der Aussteller selbst. Und
wenn die Katze dann nicht Alles gewinnt, ist auch oft der
Steward schuld daran.
Danach muss man für jede Kategorie 2 Jahre Schüler machen, und
bei der FIFe gibt es 4 Kategorien. Für jede Kategorie muss man
eine schriftliche und praktische Prüfung machen, zweimal
paralell richten und nach jeder Prüfung 3 Stagen machen.
Dies Alles auf eigene Kosten, was besonders bei Halblanghaar und
Kurzhaar recht teuer werden kann, weil es manche Rassen nur in
manchen Ländern in ausreichender Anzahl gibt. Daneben gilt es
noch, sich auch in Genetik weiter zu bilden, denn oft muss man
als Richter Farbbestimmungen durchführen, und sollte also die
Stammbäume gut lesen können. |
Man wird auch nicht von allen Organisatoren sofort als
Schüler angenommen. Oft schreibt man viele Briefe
umsonst, bis man angenommen wird. Und nicht immer
erhält man ein volles Schülerzeugnis. Besonders bei
Persern und Siam ist es oft schwierig, denn diese
Rassen sind nicht immer sehr zahlreich auf
Ausstellungen vertreten. Ob dies nicht seinen guten
Grund hat? Ich habe viele Jahre in der
Richterkommission gearbeitet. Die Standards, wie wir
sie heute haben, wurden von mir gemacht.
Leider hatte dieser Job allzu oft mit Politik zu tun,
was nie mein Fall war. Denn dann bleiben die Katzen
leider auf der Strecke. Des öfteren gab es Beschwerden
von Ausstellern über Richter, die nicht immer eine
Entscheidung eines Richters akzeptieren wollten. Auch
gab es Beschwerden von Kollegen über Kollegen, so als
ginge es um viel. Das Wort "Hobby" wird oft
überstrapaziert, dabei soll doch unser schönes Hobby
Spass machen und die Katzen sollten im Vordergrund
stehen.
Die Motive, weshalb diese oder jene Farbe oder Rasse
anerkannt wird, sind nicht immer nur in den Katzen
begründet. Für mich war es immer wichtig, möglichst
alle Rassen und Farben anzuerkennen, um so die viele
Arbeit, Zeit und Mühe der Züchter zu respektieren und
zu honorieren. Wenn die Natur diese Vielfalt an Farben
und Varietäten zuläßt, muss man mit Respekt seinen Hut
davor ziehen.
Ich hatte das Glück, auch bei sehr renommierten
amerikanischen Richtern Schüler zu machen. Und dabei
habe ich Etwas Wunderbares gelernt, dass alle Katzen
ein Kunstwerk der Natur sind, dem man mit großem
Respekt begegnen sollte. |